Müllgebühren sollen steigen

Mülleimer

Auf die Ostallgäuer Bürger könnten ab dem kommenden Jahr höhere Müllgebühren zukommen. Diese Empfehlung gab der Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt am vergangenen Montag an den Kreistag.
Ein durchschnittlicher Haushalt wird dann im kommenden Jahr rund 27 Prozent mehr für die Entsorgung des Mülls ausgeben müssen. Eine Familie zahlt dann jährlich rund 29 Euro mehr.

Der Landkreis Ostallgäu gehört seit Jahrzehnten zu den Landkreisen mit den niedrigsten Abfallgebühren in Bayern. Seit 1995 wurden die Gebühren aufgrund der Gebührenausgleichsrücklage kontinuierlich gesenkt.
Nach aktueller Planung geht das Landratsamt allerdings davon aus, dass die Rücklage in Höhe von 450.000 Euro voraussichtlich Mitte des Jahres aufgebraucht sein wird. Gegenüber der letzten Kalkulation aus dem
Jahre 2013 haben sich zudem die jährlichen Ausgaben im Verhältnis zu den Gebühreneinnahmen nochmals deutlich erhöht.

Zusammen mit unvorhergesehenen Mehrkosten durch die Corona-Pandemie (rund 250.000
Euro) führt dies bis zum Jahresende vermutlich zu einem Defizit von rund 1,2 Millionen Euro. Die Mehrkosten entstanden unter anderem durch verlängerte Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe, weil Landkreisbürger viel
mehr Bauschutt, Sperrmüll und Altholz anlieferten. Hinzu kommt, dass die kommunale Abfallwirtschaft ihre Kosten durch eigene Einnahmen selber decken muss. Um das Defizit von 1,2 Millionen Euro auszugleichen und die kommenden Mehrausgaben und schwer kalkulierbaren Marktschwankungen auf dem Erlöse- und Verwertungssektor stemmen zu können, sei eine Anpassung der Gebühren und eine Neufassung der Gebührensatzung unumgänglich.

Wegen der vielfältigen Unwägbarkeiten wurde das externe Ingenieurbüro AU Consult mit der Erstellung der Gebührenkalkulation beauftragt. Geschäftsführerin Sabine Kögl stellte die Ergebnisse im Ausschuss vor. Laut
Kögl sind für den Zeitraum 2022 bis 2025 im Ostallgäu rund 10,6 Millionen Euro an Abfallgebühren notwendig, um die Kosten zu decken. Legt man dies um, ergibt sich für einen durchschnittlichen Haushalt mit einer 60 Liter Restmüll- und einer 40 Liter Biomülltonne ein jährlicher Betrag von 135 Euro. Bislang beliefen sich die Ausgaben pro Jahr für beide Tonnen auf 106,20 Euro.

Zum Vergleich: Für die gleichen Leistungen mussten die Ostallgäuer im Jahr 1998 rund 188 Euro ausgeben, 2001 waren es immer noch rund 154 Euro. Das letzte Wort in dieser Sache hat nun der Kreistag, der die Neufassung der Gebührensatzung für die öffentliche Abfallentsorgung des Landkreises Ostallgäu in der von der Verwaltung ausgearbeiteten Fassung mit Wirkung zum 1. Januar 2022 beschließen muss.

Sollte der Kreistag der Empfehlung des Umweltausschusses folgen, und davon ist auszugehen, bewegt sich das Preisniveau nach der Erhöhung ab Januar 2022 auf dem des Jahres 2004, wo die Landkreisbürger für beide Tonnen rund 136 Euro zahlen mussten.

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